Luftfahrttechnik studieren und die Zukunft des Fliegens gestalten

Die Luftfahrt steht vor großen technologischen Herausforderungen und bietet damit spannende Aufgaben für Ingenieur_innen. Das neue Masterstudium Aeronautical Engineering verbindet Maschinenbau mit Luftfahrttechnik und eröffnet Perspektiven in einer innovationsgetriebenen Branche.

Visualisierung eines Flugzeugs in den Farben silber und blau mit Logo der TU Wien auf dem Flugzeug.

© TU Wien

Wie sieht das Flugzeug der Zukunft aus? Wie wird Fliegen nachhaltiger? Und welche Technologien verändern die Luftfahrt? Das neue Masterstudium Aeronautical Engineering vermittelt das technische Know-how, um an den Antworten auf diese Fragen mitzuarbeiten. 

Luftfahrttechnik mit vielen Perspektiven

Aeronautical Engineering – auf Deutsch Luftfahrttechnik – umfasst weit mehr als den Bau von Flugzeugen. Die Disziplin beschäftigt sich mit der Entwicklung, Erprobung, dem Betrieb und der Wartung unterschiedlichster Fluggeräte: von Verkehrs- und Sportflugzeugen über Segelflugzeuge und Helikopter bis hin zu Drohnen und anderen Luftfahrzeugen der sogenannten Advanced Air Mobility

Mit dem neuen Masterstudium Aeronautical Engineering bietet die TU Wien erstmals ein universitäres Masterprogramm für Luftfahrttechnik in Österreich an. Das Studium baut auf den Bachelorstudien Maschinenbau, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster oder Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster auf und verbindet fundierte ingenieurwissenschaftliche Grundlagen mit einer Spezialisierung in der Luftfahrttechnik.

„Wenn man die Faszination für die Luftfahrt mitbringt und herausfinden möchte, wie es möglich ist, dass Flugzeuge mit einer Abflugmasse im dreistelligen Tonnenbereich überhaupt fliegen können, dann ist man bei uns genau richtig“, sagt Martin Berens, der die Gestaltung des Studiengangs koordiniert hat.

Kleine Teams, internationale Perspektiven

Studierende lernen in vergleichsweise kleinen Teams und können dadurch eng mit Lehrenden und anderen Studierenden zusammenarbeiten. Gleichzeitig verbindet das Studium die klassischen Grundlagen des Maschinenbaus mit spezialisierten Inhalten der Luftfahrttechnik – von Aerodynamik und Leichtbau über Antriebstechnik und Materialwissenschaften bis hin zu Systemtechnik.

Auch internationale Erfahrungen lassen sich gut in das Studium integrieren: Ein Auslandssemester kann ohne Studienzeitverlust in den individuellen Studienplan eingebaut werden. Die TU Wien unterstützt Studierende dabei unter anderem über Erasmus+.

Für Martin Berens ist die TU Wien auch aufgrund ihrer Forschungsschwerpunkte ein besonders spannender Ort für angehende Luftfahrtingenieur_innen. Die Studierenden profitieren dabei von der Forschung, unter anderem an effizienten Luftfahrtantrieben und an Luftfahrtgetrieben für Helikopter und Flächenflugzeuge. Gleichzeitig bestehen Kooperationen mit zahlreichen Unternehmen der österreichischen Luftfahrtbranche, die spannende Karriereperspektiven bieten.

Die Luftfahrt neu denken

Die Luftfahrt steht vor großen Veränderungen. Eine zentrale Herausforderung ist, die Klimawirkungen des Fliegens zu reduzieren, etwa durch nachhaltige Treibstoffe, effizientere Antriebe und eine verbesserte Aerodynamik. Gleichzeitig entstehen mit elektrischen und wasserstoffelektrischen Antrieben sowie der Advanced Air Mobility neue Möglichkeiten für die Mobilität in der Luft.

Dabei müssen nicht immer völlig neue Flugzeuge entstehen, damit technische Verbesserungen Wirkung zeigen. Ein Beispiel sind Winglets an den Flügelspitzen: Durch die vergleichsweise kleine Veränderung der Flügelgeometrie lässt sich der Treibstoffverbrauch eines Flugzeugs um mehrere Prozent reduzieren. Auch bei den Antrieben hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Elektrische Flugzeuge sind inzwischen in der allgemeinen Luftfahrt angekommen und könnten künftig auch für weitere Einsatzbereiche interessant werden.

„Am meisten begeistert mich, dass ein vermeintlich ausgereiftes und optimiertes Konstrukt wie ein Passagierflugzeug durch neue Randbedingungen hinsichtlich der Klimawirkungen neu gedacht werden muss – und auch kann“, sagt Berens. „Etablierte Lösungen werden infrage gestellt und für disruptive neue Konzepte sind viele neue ingenieurwissenschaftliche Herausforderungen zu meistern.“

Auch die Digitalisierung verändert die Branche. Künstliche Intelligenz kann bereits heute große Mengen an Mess- und Bilddaten auswerten und wird künftig unter anderem bei der Flugroutenplanung und in der Luftfahrtforschung eine noch größere Rolle spielen. Für angehende Luftfahrtingenieur_innen bedeutet das, dass sie in einer Branche arbeiten, in der etablierte Technologien weiterentwickelt und gleichzeitig völlig neue Lösungen erprobt werden.

Ingenieur_innen für die Luftfahrt von morgen

Wer das Masterstudium Aeronautical Engineering abschließt, hat vielfältige berufliche Perspektiven: von Forschung und Entwicklung über Konstruktion, Berechnung und Test bis hin zu Zertifizierung, Produktion und Projektmanagement. Entsprechende Jobs finden sich bei Flugzeugherstellern, System- und Komponentenzulieferern, Luftverkehrsgesellschaften, Wartungsbetrieben und Behörden.

Die österreichische Luftfahrtindustrie ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Dadurch besteht ein hoher Bedarf an qualifizierten Fachkräften. „Der Bedarf ist und bleibt sehr hoch“, fasst Berens zusammen. Die erworbenen Kompetenzen sind zudem nicht ausschließlich auf die Luftfahrt beschränkt: Kenntnisse etwa in Leichtbau, Materialwissenschaften, Strömungslehre und Systemtechnik sind auch in anderen technischen Branchen gefragt.

Wichtig für die Studienwahl: Da das Masterstudium auf den Grundlagen des Maschinenbaus aufbaut, ist ein entsprechender Bachelorabschluss Voraussetzung. Wer ein anderes Vorstudium absolviert hat, muss die geforderten qualitativen Zulassungsbedingungen bereits vor Aufnahme des Masterstudiums nachweisen, denn eine Zulassung mit Auflagen ist nicht möglich.

Ohne Ing. kein Ding

Seine eigene Begeisterung für die Luftfahrt begann für  Martin Berens mit dem Segelfliegen. Später studierte er Luft- und Raumfahrttechnik sowie Aerodynamik. „Beides hat seinen Reiz: die Faszination der praktischen Fliegerei auf der einen Seite und die Lösung spannender ingenieurwissenschaftlicher Probleme auf der anderen Seite.“

Für Berens steht fest: „Die Luftfahrttechnik ist heute um einiges spannender als noch vor 20 Jahren. Beispiel Elektrifizierung: Wir befinden uns mitten in einer Phase, in der Verbesserungen im Gewicht und in der Leistung der Komponenten weitere Anwendungsfelder ermöglichen. Und das geschieht durch Ingenieur_innen – ganz nach dem Motto: Ohne Ing. kein Ding.“

Weitere Informationen zu Curriculum, Zulassung, Studienaufbau und Berufsperspektiven:
Masterstudium Aeronautical Engineering an der TU Wien, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

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