Vienna Design Week: Pflanzen erobern den Laufsteg

Pflanzliche Farbextrakte aus organischen Reststoffen können eine bunte Palette an Stofffarben hervorbringen. Ein interdisziplinäres Projekt aus Wissenschaft, Design und Wirtschaft.

ein Sweater mit verschiedenen Farben eingefärbt

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Eine Vielfalt von Farben, umweltfreundlich hergestellt

eine Übersichtstafel mit unterschiedlichen Farben

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Ganz unterschiedliche Farbtöne sind möglich

Spindeln mit bunten Fäden

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Gefärbte Fäden

Synthetische Farbstoffe, wie sie insbesondere in der Textilindustrie verwendet werden, führen weltweit zu erheblichen Umweltbelastungen: Einerseits durch den hohen Wasserverbrauch und andererseits durch die Herstellung und Verwendung der Chemikalien selbst.

Was gegen Ende des 19. Jahrhunderts vor allem mit der Entwicklung einer breiten Palette sogenannter Azofarbstoffe eine Innovation war, wird aus Gründen der Nachhaltigkeit mittlerweile kritisch gesehen. Das führt zunehmend zu einer Wiederentdeckung natürlicher Farbstoffe, was auch Teil der EU-Strategie, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster für nachhaltige und kreislauffähige Textilien ist.

„Wiener Farben“ – eine bunte Farbpalette aus Wiens ungenutzten organischen Rohstoffen

Im Rahmen von BIOFABRIQUE VIENNA werden im interdisziplinären Projekt „Wiener Farben“ aus unvermeidbaren Lebensmittelabfällen Farbstoffe gewonnen, die vor allem zum Färben von Textilien verwendet werden sollen.

Aus lokal gesammelten ungenutzten Ressourcen – die ansonsten im Biomüll landen – entsteht eine charakteristische, regionalspezifische Wiener Farbpalette für Designanwendungen. Zwiebelschalen und Rotkrautblätter aus dem Wiener Umland, Avocadokerne aus Wiens Szene-Lokalen sowie invasive Pflanzen wie der Japanische Staudenknöterich und die Goldrute, die entlang der Donau und an Böschungen wuchern, stehen dabei im Fokus. 

„Je nach Extraktions- und Färbemethode, sowie der Art des Textils, erreichen wir eine bunte Palette von rabenschwarz bis dottergelb und Flamingo-rosa“, erklärt Heidi Halbwirth, die mit ihrer Forschungsgruppe „Phytochemie und Biochemie der Naturstoffe“ für die Isolierung und Bereitstellung der Farbextrakte verantwortlich ist.

Neben der TU Wien sind im Projekt folgende Institutionen beteiligt: Die Wirtschaftsagentur Wien, die Universität für angewandte Kunst Wien, die Kunstuniversität Linz sowie die Färberei Fritsch.

Vom Labor auf den Laufsteg

Während bei der VIENNA DESIGN WEEK im Vorjahr noch Vorversuche präsentiert wurden, zeigt die diesjährige Ausgabe (25.9.–4.10.2026) bereits erste praktische Anwendungen im Textilbereich und darüber hinaus. Der Modedesigner Stefan Decker hat für die Teams der BIOFABRIQUE VIENNA und der VIENNA DESIGN WEEK Arbeitsjacken aus recycelten und mit Pflanzenextrakten gefärbten T-Shirts entworfen. Die italienische Künstlerin Anna Perugini hingegen präsentiert in ihrer Installation wie sich die Farben auch jenseits des Textilbereichs einsetzen lassen.

Das Projekt „Wiener Farben“ zeigt eindrucksvoll, dass durch Interdisziplinarität – zwischen Forschung, Design und Wirtschaft – unterschiedliche Perspektiven innovative Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft entstehen können.

Mehr dazu

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Phytochemie und Biochemie der Naturstoffe, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster

Rückfragehinweis

Prof. Heidrun Halbwirth
DI Dr. Christian Haselmair-Gosch
Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften
Technische Universität Wien
+43 1 58801166620
heidrun.halbwirth@tuwien.ac.at

ABO

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