TU Wien Transformer in die MINTschmiede aufgenommen

Als eines von sechs Projekten wurde der Co-Creation Space Tu Wien Transformer in die MINTschmiede aufgenommen

Gruppenfoto Innenaufnahme

© MINTalityStiftung

Große Freude: Der TU Wien Transformer wurde als eines von sechs Projekten in die MINTschmiede aufgenommen.

Der TU Wien Transformer, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster – ein fakultätsübergreifender Co-Creationspace für Klima und Energie – wurde von der MINTality Stiftung, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster als eines von sechs Projekten österreichweit in das neue Begleitprogramm „MINTschmiede 2026–2027, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster“ aufgenommen. Ziel ist die strategische Weiterentwicklung und Skalierung von MINT-Bildungsangeboten mit besonderem Fokus auf Mädchen und junge Frauen.

Wo Universität und Gesellschaft zusammenkommen

Der TU Wien Transformer ist ein außerschulischer Lern- und Begegnungsort in einem ehemaligen Leerstand am Rennweg 89a. Seit der Eröffnung im Juni 2024 arbeiten hier Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Studierenden und Forschenden der TU Wien an Themen rund um Klimawandelanpassung, Energie und Kreislaufwirtschaft – hands-on, kreativ und niederschwellig. Sechs Fakultäten der TU Wien sind beteiligt, über 60 Kooperationspartner_innen aus Bildung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft bringen sich ein. Gefördert wird das Projekt vom Klima- und Energiefonds, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster im Rahmen der FFG-Ausschreibung „Co-Creation Spaces Klima & Energie“.

Bisher wurden über 2.200 Kinder und Jugendliche erreicht, über 36 Prozent davon Mädchen. In mehr als 250 Workshops – von Robotik und 3D-Druck über Urban Gardening bis hin zu Künstlicher Intelligenz – erleben sie Technik und Naturwissenschaft als Werkzeug zur Gestaltung ihrer Zukunft. Ergänzend nutzen Lehrveranstaltungen der TU Wien den Transformer als Reallabor für Wissenschaftskommunikation: Studierende entwickeln, erproben und reflektieren hier Vermittlungsformate für ein junges Publikum.

Von der Praxis zur Forschung: Was hands-on Klimabildung bewirkt

Dass der Ansatz wirkt, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse: Eine Studie für den Österreichischen Klimatag 2026, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster wertete 26 strukturierte Workshop-Beobachtungen aus und identifizierte sechs didaktische Designprinzipien für informelle Klimabildung. Ein zentrales Ergebnis: Die Verbindung von Kreativität, Technologie und Nachhaltigkeit führt bei den Teilnehmenden zu Handlungskompetenz statt Klimaangst – besonders wirksam waren Projekte mit lokalem Bezug und sichtbarem Ergebnis.

Die Wirkung wird zusätzlich über Teilnahmedaten und Gender-Monitoring, Reflexionen von Studierenden, Interviews durch die KPH Wien/Krems, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster sowie Feedbackmöglichkeiten vor Ort und online erhoben. Eine Evaluierungspublikation gemeinsam mit der KPH Wien ist in Arbeit.

Was ist die MINTschmiede?

Die MINTality Stiftung wurde auf Initiative von Therese Niss gemeinsam mit elf Partner_innen gegründet – darunter acht Unternehmen, die Innovationsstiftung für Bildung, die Industriellenvereinigung sowie die Wirtschaftskammer Österreich. Das Ziel der Stiftung ist es, Mädchen und junge Frauen nachhaltig für MINT-Ausbildungen und -Berufe zu gewinnen.
Ein Format, mit dem die Stiftung dieses Ziel verfolgt, ist die MINTschmiede, im Rahmen derer österreichweit sechs herausragende MINT- und Mädchenprojekte ausgewählt wurden, die in den kommenden zwei Jahren bei ihrer bundesweiten Skalierung begleitet werden. Eines dieser Projekte ist der TU Wien Transformer. Dass eine technische Universität Teil der MINTschmiede ist, unterstreicht die besondere Stärke des Projekts: Der Transformer verbindet universitäre Forschung und Lehre unmittelbar mit außerschulischer MINT-Bildung und schafft so innovative Zugänge für junge Menschen.

Die MINTschmiede bietet ein umfassendes Unterstützungsprogramm: Neben einer Förderung von 6.000 Euro pro Projekt stehen vor allem die strategische Weiterentwicklung, der Austausch innerhalb der Projekt-Community sowie die Vernetzung mit einem breiten Partner_innennetzwerk im Fokus. Ergänzt wird das Programm durch gezielte Sichtbarkeitsformate, etwa beim MINTality Sommerfest in Wien sowie beim MINT-Kongress 2027 in Leoben, bei dem die Projekte ihre Fortschritte präsentieren.

Für den Transformer bedeutet die Aufnahme in die MINTschmiede nicht nur erhöhte Sichtbarkeit auf Bundesebene, sondern auch wertvolle fachliche Begleitung bei den nächsten Wachstumsschritten, insbesondere bei der Skalierung der Mädchenformate und der geplanten Ausweitung über Wien hinaus.

Mädchen für MINT gewinnen und langfristig halten

Mädchen zeigen früh Interesse an Naturwissenschaft und Technik, stoßen aber häufig auf stereotype Rollenbilder, fehlende Vorbilder und abstrakte, lebensferne Vermittlungsformate. Der Transformer setzt genau dort an: Weibliche Role Models aus der Forschung, fehlerfreundliche Formate und alltagsnahe Zugänge machen MINT erlebbar, bevor gesellschaftliche Erwartungen das Interesse dämpfen. Ein Gender-Monitoring begleitet die Arbeit, um Maßnahmen evidenzbasiert weiterzuentwickeln.

In den kommenden zwei Jahren sollen gezielt neue Formate entstehen: Eltern-Kind-Workshops (u. a. mit Hobby Lobby, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster), sowie spezielle Mädchenformate. Ab 2026 ist zudem ein Satellitenstandort in Melk geplant, um die Reichweite über Wien hinaus auszuweiten und die Skalierbarkeit zu testen. Weitere österreichweite Kooperationen sind erwünscht.

Mitmachen erwünscht: Für Forschende, Studierende und Mitarbeitende

Der Transformer lebt von der Beteiligung der TU Wien und ist bewusst als offene Infrastruktur für die gesamte Universität konzipiert. Forschende, Lehrende und Mitarbeitende aller Fakultäten sind eingeladen, sich einzubringen – sei es mit einem Workshop, einer Kooperationsidee oder dem Wunsch, Wissenschaftskommunikation für ein junges Publikum neu zu denken.

Der Transformer steht auch für Disseminationsaktivitäten in Forschungsprojekten offen: Wer die Ergebnisse der eigenen Forschung einem breiteren Publikum zugänglich machen möchte, findet hier einen Ort für direkten Kontakt mit der Gesellschaft – insbesondere mit Kindern, Jugendlichen und Familien. Das Team unterstützt bei der Konzeption von Workshops und bietet Erfahrung in der Entwicklung partizipativer Formate sowie in der Erprobung von Citizen-Science-Ansätzen. Wie die Klimatag-Studie zeigt, ist der Transformer für Forschende mehr als ein Outreach-Ort: Er ist ein Reallabor, in dem Forschung übersetzt, getestet und mit der Öffentlichkeit diskutiert werden kann – ein Rückkopplungskanal zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

„Wir freuen uns über jede Forscherin und jeden Forscher, die oder der Lust hat, Kindern und Jugendlichen zu zeigen, woran an der TU Wien gearbeitet wird. Es braucht keine didaktische Vorerfahrung – nur die Bereitschaft, Wissen zu teilen. Und wer möchte, bekommt von uns Unterstützung bei der Entwicklung passender Formate.“ lädt Bianca Köck, LCA-Wissenschaftlerin und Projekt- sowie pädagogische Leitung TU Wien Transformer, ein sich aktiv im TU Transformer zu beteiligen.

Auch Studierende profitieren: Im Transformer werden sie zu Forschenden und Wissenschaftskommunikator_innen zugleich. Durch kursintegrierte Beobachtung, Reflexion und Workshopgestaltung tragen sie zum Forschungsprozess bei und lernen gleichzeitig, komplexe wissenschaftliche Themen in hands-on Formate für ein junges Publikum zu übersetzen. Interessierte Studierende können im Sommersemester 2026 über die Lehrveranstaltung Soft Skills für Techniker_innen – Wissenschaftskommunikation und Co Creation, öffnet eine externe URL in einem neuen Fenster (LV 299.001) direkt einsteigen.

Kontakt

bianca.koeck@tuwien.ac.at

ABO

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