FlyBy gewinnt internationales Multi-Drohnen-Rennen in Abu Dhabi

Mit identischer Hardware, aber überlegener Software: Das Team FlyBy der TU Wien holt bei der Abu Dhabi Autonomous Drone Race League (A2RL) den Sieg in der Silver Group und zeigt, wie künstliche Intelligenz autonome Systeme schneller und robuster macht.

Gruppenfoto von links nach rechts: Jakob Buchsteiner, Alexander Lampalzer (mit der Drohne in der Hand), Joel Klimont, Akos Papp, Thisas Ranhiru (jeweils mit Medaillen)

© Team FlyBy

von links nach rechts: Jakob Buchsteiner, Alexander Lampalzer, Joel Klimont, Akos Papp, Thisas Ranhiru

Bei der Abu Dhabi Autonomous Drone Race League (A2RL) treten führende Teams aus Forschung und Industrie gegeneinander an. Im Vergleich zu vielen Robotik-Wettbewerben sind die Regeln der A2RL außergewöhnlich streng – und damit besonders fair: Jedes Team erhält exakt dieselbe Drohne, die vom Veranstalter bereitgestellt wird. Hardware-Vorteile sind vollständig ausgeschlossen. Der Wettbewerb entscheidet sich allein über die Qualität der Software – also darüber, wie gut Wahrnehmung, Zustandsschätzung und Regelung auch unter realen Bedingungen zusammenspielen.

Qualifikation: Oktober und November

Die Kernmitglieder von Team FlyBy sind Joel Klimont (PhD-Student bei Prof. Radu Grosu, Cyber-Physical Systems, TU Wien), Alexander Lampalzer (Masterstudent an der TU Wien) und Jakob Buchsteiner (Masterstudent an der TU Wien). Unterstützt wurde das Team von Konstantin Lampalzer (Masterstudent an der TU Wien), Thisas Ranhiru (Bachelorstudent an der RIT Dubai) sowie Akos Papp (Schüler an der HTL Wiener Neustadt und Mitglied des Robotikclubs robo4you).

Bevor das Team am Wettbewerb in Abu Dhabi teilnehmen durfte, musste es sich in zwei Qualifikationsrunden durchsetzen. Die erste Phase bestand aus einer zweiwöchigen Qualifikation im Oktober, gefolgt von einer dreiwöchigen Qualifikations- und Trainingsphase im November. Beide Runden wurden problemlos bestanden, die Anforderungen der ersten Phase sogar bereits am ersten Testtag erfüllt. Dadurch gewann Team FlyBy wertvolle zusätzliche Zeit, um das System gezielt weiterzuentwickeln, statt nur die Mindestanforderungen zu erfüllen.

Sehen, denken, reagieren – in Sekundenbruchteilen

Das Team FlyBy entwickelte eine autonome Steuerung, die ausschließlich mit einer einzelnen Kamera und Bewegungssensoren arbeitet. Auf dieser Basis muss die Drohne ihre Position, Geschwindigkeit und die Lage der Tore bestimmen – in Echtzeit und bei hohen Geschwindigkeiten. Nach monatelanger Entwicklungsarbeit erreichte das System Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 20 Metern pro Sekunde.

Späte Entscheidung für künstliche Intelligenz

Kurz vor dem Finale in Abu Dhabi traf das Team im Jänner 2026 eine mutige Entscheidung: Statt klassischer Regelungsverfahren kam erstmals künstliche Intelligenz in Form von Reinforcement Learning zum Einsatz. Dabei lernt die Drohne selbstständig, wie sie den Parcours optimal durchfliegt. Dieser Strategiewechsel erwies sich als entscheidend – die KI flog nicht nur schneller, sondern auch stabiler, selbst in anspruchsvollen Rennsituationen mit mehreren Drohnen gleichzeitig.

Robust auch unter Rennbedingungen

Im Multi-Drohnen-Rennen sammelte FlyBy konstant Punkte und setzte sich gegen starke internationale Konkurrenz durch. In einem Lauf blieb die TU Wien-Drohne sogar nach einer Kollision kontrollierbar und beendete das Rennen erfolgreich – ein eindrucksvoller Beleg für die Robustheit des Systems.

Forschung, die abhebt

Nach Monaten der Entwicklung, zwei Qualifikationsphasen und einer intensiven finalen Woche spiegelte das Ergebnis den großen Einsatz des Teams wider. Mit dem Sieg in der Silver Group krönte Team FlyBy seine Arbeit.

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