Die TU Wien ehrt den Hydrologen Günter Blöschl mit ihrer höchsten Auszeichnung, der Prechtl-Medaille. Damit werden seine herausragenden Beiträge zur Wasserforschung und zur Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendung gewürdigt. Die Medaille wird für außerordentliche Leistungen auf den Gebieten der Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Architektur vergeben.
Am 21. Jänner 2026 erhielt Günter Blöschl die Prechtl-Medaille im Rahmen einer akademischen Feier im Kuppelsaal der TU Wien. Das Rektorat verleiht diese Ehrung an herausragende Persönlichkeiten; zuletzt ging sie 2024 an den Physiker und Nobelpreisträger Ferenc Krausz.
Theorie und Anwendung
„Günter Blöschl steht für die Verbindung von hervorragender Grundlagenforschung, internationaler Sichtbarkeit und praktischer Anwendung“, sagt Rektor Jens Schneider. „Seine Arbeiten zeigen, welches Potenzial in der engen Verknüpfung von Natur- und Ingenieurwissenschaften steckt. Die Forschung seines Teams macht deutlich, wie kreative wissenschaftliche Arbeit zu einem tieferen Verständnis der Welt, zu wirkungsvollem Impakt und zu konkreten Verbesserungen im Leben vieler Menschen führen kann.“
Blöschls Team setzt ein breites Methodenspektrum ein – von komplexen Computermodellen bis zu Messungen im Feld mit Eimer und Schaufel –, um Prozesse rund um das Wasser besser zu verstehen. Mit seinen Publikationen zur Hochwasserforschung genießt Blöschl seit Langem internationales Ansehen, etwa aufgrund seiner Untersuchungen zu den Zusammenhängen zwischen Hochwasserkatastrophen und dem Klimawandel.
Zugleich widmet er sich klassischen ingenieurwissenschaftlichen Aufgaben wie der Analyse von Dämmen und anderen Hochwasserschutzmaßnahmen. In den vergangenen Jahren prägte er maßgeblich das neue Forschungsfeld der Sozio-Hydrologie, das natürliche, technische und gesellschaftliche Aspekte des Wasserkreislaufs in integrierten Modellen zusammenführt.
Lange Liste von Auszeichnungen
Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt Blöschl zahlreiche international bedeutende Preise – zuletzt 2025 den „Stockholm Water Prize“, der vom schwedischen König verliehen und oft als „Wasser-Nobelpreis“ bezeichnet wird. Seine Forschung wurde unter anderem durch einen ERC Advanced Grant gefördert; zudem ist er Träger der Horton-Medaille der American Geophysical Union.
Die Prechtl-Medaille wurde ihm von Rektor Jens Schneider überreicht, die Laudatio hielt Prof. Alberto Viglione von der Technischen Universität Turin.




